Der Mann, den seine Töchter zu gut kennen

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Wenn man diesem Artikel in der ZEIT 1 glauben darf, dann ist und war Paul Manafort bei seinen geschäftlichen Entscheidungen und vor allem bei der Auswahl seiner Geschäftspartner nicht sehr wählerisch: Er arbeitete mit Trump zusammen. Wiktor Janukowitsch zählte genauso zu seinen Klienten wie der somalische Gewaltherrscher Siad Barre, Mobuto Sese Seko aus Zaire, Jonas Savimbi aus Angola und Ferdinand Marcos von den Philippinen. Anscheinend berät er, wer bereit ist, viel Geld für seine Dienste zu bezahlen.

Im ZEIT-Artikel wird das Folgende so nebenbei als eine Quelle unter vielen verwendet; genau diese Stelle erregte mein Interesse. In einem geleakten E-Mail-Wechsel von Manaforts Töchter, den amerikanische Medien für authentisch halten, bezeichnet eine der beiden ihren Vater als "machthungrigen Psychopathen" und sein Vermögen als "Blutgeld". Sie schreibt, ihr Vater verfüge noch weniger über einen "moralischen Kompass" als Trump. Es ist schon ziemlich beeindruckend, um nicht zu sagen schockierend, wenn die eigenen Kinder so über ihren Vater denken.

Es geht mir hier nicht um Paul Manafort oder Trump. Mir ist nur an diesem Beispiel wieder etwas eingefallen:

Jede Entscheidung, die ich treffe, ist eine Entscheidung darüber, wer ich werden möchte.


  1. Follath, E., & Kohlenberg, K. (2017, 28. Dezember). Der Mann, dem Diktatoren vertrauen. DIE ZEIT, S. 6.