Künstliche Dummheit

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Wenn es so etwas wie "Künstliche Intelligenz" (KI) gibt, muss es dann nicht auch eine "Künstliche Dummheit" geben? – Fragt sich jedenfalls Gero von Randow in einem ZEIT-Artikel1 , der im Untertitel den Anspruch erhebt, eine "Skizze für ein Forschungsprogramm" (zu Erforschung der Dummheit) zu sein.

Ich frage mich stattdessen, ob bisher überhaupt so etwas wie "Künstliche Intelligenz" existiert oder ob man die bisher zu besichtigenden Ergebnisse der KI-Forschung nicht tatsächlich eher als Künstliche Dummheit (KD) oder auch Artificial Stupidity (AS) 2 bezeichnen müsste: das wäre ehrlicher oder zumindest origineller als die Unterscheidung zwischen "schwacher" und "starker" KI, wie sie heutzutage üblich ist.

Zugegeben, die Fortschritte und Erfolge von Forschung und Entwicklung in diesem Umfeld, sind in den letzten Jahren bemerkenswert und auch ich habe mich schon beeindruckt gezeigt:

Aber weder AlphaGo noch AlphaGo Zero haben aus eigenem Entschluss an diesem Wettbewerb teilgenommen oder haben sich freiwillig für Go als ihr Lieblingsbrettspiel entschieden. Nicht einmal von Inselbegabungen3 möchte man in ihrem Fall sprechen, denn menschliche Pendants können jenseits ihrer jeweiligen Sonderbegabung, trotz vielfältiger Einschränkungen und Behinderungen, immer noch mehr (vgl. D Treffert & L Wallace, 2002) als ein auf das Spielen von Go trainiertes und dafür speziell entworfenes Computersystem.

Da hilft es, wenn von berufener Seite hin und wieder einmal ein genauerer Blick auf das geworfen wird, was "Artifical Intelligence" heute schon beherrscht und was eben gerade noch nicht:


  1. Von Randow, G. (2018, 18. Januar). Perpetudumm mobile. DIE ZEIT, S. 10. 

  2. Wikipedia. (o.D.). Artificial stupidity. Abgerufen 27. Januar, 2018, von en.wikipedia.org/wiki/Artificial_stupidity 

  3. Treffert, D. D, & Wallace, G. L. (2002, September). Intelligenz: Inselbegabungen. Spektrum der Wissenschaft, S. 44. Abgerufen von spektrum.de/magazin/inselbegabungen/829084